Um bei Multitude mitzumachen, musst du kein_e ausgebildete_r Lehrer_in/ Pädagog_in/ Gärtner_in oder Buchhalter_in sein. Wichtig sind viel mehr Kontinuität, Regelmäßigkeit und eine gewisse Verbindlichkeit (z.B., dass du absagst, wenn du nicht kommen kannst).

Die Lager, in denen wir unterrichten, sind keine selbstgewählten Wohnorte, sondern Teil einer restriktiven Asylpolitik. Sie sind aber auch das temporäre Zuhause geflüchteter Menschen. In diesem Wohnraum schaffen wir ein Angebot, für das wir die Verantwortung tragen. Daher sollten wir unsere Rolle(n) immer wieder reflektieren und uns den Erwartungen, die wir wecken könnten, bewusst sein.

Deutschunterricht

Multitude gibt in Berliner Flüchtlingsheimen regelmäßig kostenlosen Deutschunterricht. Alle Schüler_innen kommen freiwillig so oft, so lange und wann sie wollen und bekommen dafür Materialien gestellt. Wir treffen in unterschiedlichen Lagern auf unterschiedliche Situationen. Deshalb organisieren wir den Unterricht in spontanen Kleingruppen oder fortlaufenden Kursbuchgruppen. Zur Vorbereitung auf die besondere Unterrichtssituation gibt es einen Didaktik-Workshop. Trotzdem kann die Gestaltung einer eigenen Unterrichtseinheit anfangs überfordernd sein. Mit der Zeit stellt sich aber eine gewisse Routine ein.
Multitude-Porträt von Xenon TV

Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung findet (nicht an allen Tagen) parallel zum Unterricht statt. Wir spielen gemeinsam draußen, basteln und versuchen, den Kindern Rückhalt zu geben. Gerade für die Kinderbetreuung sind Kontinuität und Regelmäßigkeit der Betreuer_innen wichtig. Die Betreuungssituation kann immer wieder chaotisch und überfordernd wirken, mit einer festen Gruppe an Betreuer_innen wird es schnell strukturierter. Für den Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen und die Organisation des Kinderclubs finden ein monatliches Plenum und regelmäßige Austauschtreffen statt.

Wohnung statt Lager

Seit 2003 haben Asylbewerber_innen in Berlin das Recht, eine eigene Wohnung anzumieten. Tatsächlich in eine Wohnung zu ziehen, gestaltet sich in der Praxis jedoch als schwierig: Zum einen liegt das an der immer geringeren Zahl freier Wohnungen und den schnell steigenden Mieten, die die Wohnungssuche in Berlin immer schwieriger macht – nicht nur für Geflüchtete, aber insbesondere für Geflüchtete. Zum anderen wird in Berlin von Seiten der Politik schon seit Jahren versäumt, geflüchtete Menschen in Wohnungen statt in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Darüber hinaus werden Geflüchtete am Wohnungsmarkt in mehrfacher Form diskriminiert. Schon ein für nicht „Deutsch“ gehaltener Akzent kann die Chancen bei der Wohnungsvergabe verschlechtern. Neben die rassistischen Auswahlkriterien tritt ein oftmals niedriger ökonomischer Status bei gleichzeitigem Arbeitsverbot sowie das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltstitels. Wir lehnen die Unterbringung in Lagern ab und setzen uns dafür ein, dass Geflüchtete selbstständig ihr Recht auf Wohnungen umsetzen können. Dazu wollen wir solidarische Strukturen anregen, Informationen über die Wohnungssuche zur Verfügung stellen und Geflüchtete auf Wunsch zu Terminen begleiten.
Mehr Informationen zu zur „Wohnung statt Lager“-Gruppe sowie ein Leitfaden sind unter www.wosla.de zu finden.

JugendKultur

Einige Aktive von Multitude haben sich zur JugendKultur-Gruppe zusammengeschlossen, um gemeinsam mit jungen Geflüchteten regelmäßige Freizeitaktivitäten zu realisieren. Von Ausflügen über Schlittschuhfahren, Kinoabenden bis hin zu einem Stammtisch sind verschiedene ist vieles mit dabei. Unser wichtigstes Anliegen dabei ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wir tauschen uns über unsere unterschiedlichen Kulturen aus, unseren Alltag, Pläne und Träume.
Mehr Informationen zu JugendKultur

Multitude-Gemeinschaftsgarten

Unser Ziel ist es, Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, im Gärtnern eine sinnvolle Aufgabe für sich zu finden. Der Garten fördert gleichzeitig durch das gemeinsame Organisieren den Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen. Durch die Arbeit im Garten kann jede Person ihre eigenen spezifischen Fähigkeiten erkennen und die Gruppe damit bereichern. Alle Teilnehmenden können vom Alltag abschalten, gemeinsam Spaß haben, in der Natur sein und das selbst gezogene Gemüse ernten und essen.
Treffen: jeden Sonntag um 15 Uhr, vorher bitte per Mail anmelden: antiragarten [ ,,at“ ] lists.riseup [ ,,punkt“ ] net

Multitude-Gemeinschaftsgarten

Multitude-Gemeinschaftsgarten

 

Kochen, Picknicks, Kinoabende, Theater, Sport…

Über den Unterricht hinaus versuchen wir gemeinsame Freizeitaktivitäten zu organisieren. Regelmäßig finden beispielsweise Kinoabende statt. Hin und wieder veranstalten einzelne Gruppen Picknicks, Feste usw.

Vereinsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising


Die Koordinations-, Finanz-, und Web-AG bearbeiten die Bereiche Vereinskoordination, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, die Website und unser internes Wiki.

Wir freuen uns über Ideen, Vorschläge und Mitstreiter_innen!

Du möchtest bei multitude aktiv werden? Dann schau doch bei unserem nächsten Einstiegstreffen vorbei! Auf diesen Treffen informieren wir über die Aktivitäten von Multitude (Deutschunterricht, Kinderbetreuung, AGs) und den politischen und rechtlichen Hintergrund, vor dem die Initiative agiert (Asylpolitik und -recht, Lagersystem). Außerdem vermitteln wir Interessierte zu den einzelnen Unterrichts- und Kinderbetreuungstagen und -orten weiter.
Die Einstiegstreffen finden ein Mal im Monat statt und dauern ca. zwei Stunden. Die Termine geben wir immer im Vorfeld auf unserer Homepage und auf Facebook bekannt.

Du hast eine Frage zu unserer Arbeit?